SEO: Gestaltung von Satellitenseiten
Januar 14, 2009
Satellitenseiten, als eigenständige Websites, werden dafür verwendet, den eigentlichen Webauftritt zu stärken und die Linkpopularität einer Seite zu erhöhen. Diese SEO-Maßnahme ist mittlerweile ein durchaus gängiges Verfahren und wird von vielen Unternehmen bereits angewandt. Insbesondere SEO-Agenturen halten oftmals mehrere Domains speziell für die Umsetzung von Satellitenseiten bereit. Doch warum werden Satellitenseiten so unattraktiv für Nutzer gestaltet?
Da ich mich in letzter Zeit dank meines Projektes vermehrt mit diesem Thema beschäftigen konnte, bin ich auch in den Genuss gekommen, die eine oder andere touristische Satellitenseite zu analysieren. Dabei standen nicht nur die Umsetzung dieser Seiten an sich sondern auch die Usability, das Layout oder der gebotete Zusatznutzen auf dem Prüfstand. Das Ergebnis war leider ziemlich vernichtend.
So sieht es im Einzelnen aus:
Linkpopularität:
Mit einer Satellitenseite wird versucht, die Linkpopularität (sprich die Anzahl der eingehenden Links auf die Website) der zu stärkenden Website zu erhöhen. Dieses geschieht einerseits durch Verlinkung auf die Hauptseite von der Satellitenseite aus, andererseits aber auch durch eine Art Linktausch. Hierbei wird sich allerdings nicht gegenseitig verlinkt, sondern es wird von der Satellitenseite aus auf themenrelevante Partnerseiten verlinkt und diese verlinken wiederum auf die Hauptseite.
Allerdings wird dieses bei den bisher analysierten Satellitenseiten völlig übertrieben und nicht sinnvoll vollzogen. Es wurde in den meisten Fällen eine willkürliche Verlinkung zu anderen Websites vorgenommen, ohne auf die Themenrelevanz oder Position der jeweiligen Seite zu achten. Und das hat im Rahmen von SEO eine entscheidende Bedeutung. Denn beispielsweise Google stuft eine Website umso höher ein, je wichtiger die verlinkenden Seiten sind und je besser die Themenrelevanz ist. Doch dieses schien meistens vollkommen außer Acht gelassen worden zu sein. Daher sollte unbedingt bei der Umsetzung darauf geachtet werden, denn auch die Position der Satellitenseite selbst ist für die Stärkung der Hauptseite nicht unerheblich.
Zusatznutzen und Content:
Weiter auf dem Prüfstand war auch der Zusatznutzen der Satellitenseiten – und der war mehr als miserabel. Die Satellitenseiten bestanden lediglich aus Text, ein bis zwei Bildern und … nichts. Der Content ging dabei hauptsächlich um Länderinfos. Man kann sagen viel zu viel Text, zu kleine Schrift und keine Gliederung, die den Text wenigstens lesbar und ansprechend machen könnten. Die wenigen Bilder, die es gab, wurden in den Text integriert und das wars. Da bleibt dann nur noch zu fragen, warum es die Seiten überhaupt gibt? Wer soll denn die Links, die in den Text integriert sind, überhaupt anklicken, wenn die Texte nicht einmal gelesen werden, weil man schon allein vom Ansehen des Textes keine Lust mehr hat, diese durchzulesen? Und da brauch man keine Zahlen, um zu wissen, dass die Absprungrate (vorausgesetzt man findet diese Seite überhaupt) der Seiten katastrophal sein muss. An Features wie RSS-Feeds oder Social Bookmarking war nicht mal zu denken und erst recht nicht an Sachen wie user generated content oder sonstige Interaktivität, wie das Einbinden von GoogleMaps. Dabei wäre dieses doch eine optimale Möglichkeit, die Website aktuell zu halten und auch Nutzer auf die Seite zu locken, die dann unauffällig hier oder da auf die Hauptseite gelockt werden. So bekommt man gleich den Nutzer dahin, wo er hin soll, nämlich auf die Hauptseite.
Usability und Browser-Optimierung:
Auch auf diesen Bereich wird anscheinend wenig Wert gelegt. Die Menüführung war zum Teil mehr als irreführend, Hauptsache das Menü ist von den Suchmaschinen-Robots auslesbar. Zudem kommt noch, dass die Seiten häufig nur für einen Browser optimiert wurden und so bei Verwendung eines anderen völlig „zerschossen“ dargestellt wurden. Also auch hier herrscht noch Verbesserungsbedarf.
Ich könnte noch einige (negative) Punkte mehr aufzählen, allerdings würde das den Rahmen hier sprengen, daher nur noch kurz einige Anmerkungen zu diesem Thema:
Auch Satellitenseiten benötigen einen gewissen Pagerank, um ihren Sinn als SEO-Maßnahme zu erfüllen und dazu gehört nicht nur eine sinvolle und überlegte Link-Setzung, sondern auch SEO optimierte Texte, eine gute Vergabe von Keywords etc. Die meisten Satellitenseiten scheinen wirklich nur auf die Möglichkeit des Linktausches ausgerichtet zu sein. Dabei hat man mit einer Satellitenseiten wesentlich mehr Gestaltungsmöglichkeiten die Hauptseite zu stärken. So kann man durch themenrelevante Inhalte, die auf der Hauptseite nicht unbedingt im Mittelpunkt stehen, dessen Zielgruppe aber auch angesprochen werden soll, gezielt die User abholen und durch Textlinks auf die Hauptseite lenken.
Eine Satellitenseite kann so nicht nur SEO-Tool sein, sondern auch im Rahmen des Suchmaschinenmarketing (SEM) genutzt werden. Dabei sollte nicht vergessen werden, die Satellitenseite selbst auf Suchmaschinen zu optimieren, denn gefunden werden diese nur äußerst schlecht. Welche Möglichkeiten hier bestehen, werde ich an anderer Stelle nochmal thematisieren.
Entry Filed under: News & Infos, SEO. Schlagworte: Keywords, Linkpopularität, Linktausch, Pagerank, Satellitenseite, SEM, SEO, SEO Tool, Suchmaschinenmarketing, Suchmaschinenoptimierung, Usability.
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2.
Active SEO | Januar 22, 2009 at 15:16
Ich kenne das Problem und da es meist auch ein Budgetproblem ist, rate ich unseren Kunden immer dazu, lieber weniger Seiten zu nutzen und diese auch benutzbar und inhaltlich wertvoll einzurichten, als 100te von sinn-freien Pages ins Netz zu klatschen.
3.
Janina | Januar 22, 2009 at 16:00
Da kann ich nur zustimmen! Nur scheint es nicht nur ein Budgetproblem zu sein sondern auch das Problem, dass die Bedeutung einer effektiven Gestaltung einer solchen Seite bei einigen Unternehmen noch nicht ganz klar zu sein scheint…